Mühlengeschichte

Die Mühle zu Wartenberg stand in enger Verbindung mit dem Wirtschaftsleben der Burg Wartenberg und dem wechselvollen Schicksal der Herrschaft der Kolbe zu Wartenberg. Die Burg, die bereits im 12. Jahrhundert stand, war zunächst im Besitz einer einzigen Familie – der Kolbe von Wartenberg. Werner Kolbe erhielt 1219 Schloss und Herrschaft von Wartenberg von seinem Vater Merbod. Die Festung wurde 1382 zum Ganerbe mit einer ganzen Anzahl von Besitzern. 1522 wurde die Burg zerstört.

Es wird vermutet, dass im Mittelalter außer der herrschaftlichen Mühle keine Häuser am Fuße des Schlossberges standen.

Wann die Mühle – oder erste Teile von ihr – erbaut wurden, ist nicht bekannt. Schriftliche Belege zur Historie der Mühle sind mit dem Wartenberger Archiv in Darmstadt während des Zweiten Weltkrieges verbrannt. Einige Beschreibung stammen aus der Geschichts- und Mühlenforschung von Friedrich W. Weber, der das Quellenmaterial im Landesarchiv Speyer, Ortgeschichten, mündliche Überlieferungen und Nachforschungen vor Ort über mehr als 20 Jahren zusammentrug.

Die Wartenberger Mühle wird erstmals im Lagerbuch oder Renovationsprotokoll der Schultheißerei Sembach, angefertigt von dem hochgräflichen Landmesser Joh. Jak. Messmann, erwähnt:
„Im Jahre 1725 zählte Wartenberg 20 Häuser. Im Einzelnen waren dies: die mit besonderen Rechten ausgestattete Mühle … zu ihr gehörten 80 Morgen“.

Graf Casimir zu Wartenberg verkaufte 1735 die Einkünfte der am Fuße des Schlossberges stehenden Mühle an den kurpfälzischen Rat Hecht; Rückkauf 1745. Derselbe Graf nahm 1754 von dem Markgraf von Baden eine Anleihe von 130 000 fl auf und verpfändete dafür u. a. die Wartenberger Mühle.

250 Jahre betrieb die Familie Krehbiel hier das Müllerhandwerk und Landwirtschaft. Zeugen der Geschichte sind die Inschriften über den Eingängen zur Mühle und zur Wohnung: H.K.B. – G.L., dazwischen ein Mühlrad mit der Jahreszahl 1730 und J.H.K.B. – 1838 – M.W. Sie bedeuten: Heinrich Krehbiel und Gertraude Lichti bzw. Johann Heinrich Krehbiel und Maria Würz.

Der Mahlmühle angeschlossen waren eine Bäckerei und ein Sägewerk.
Die geringe Wasserkraft wurde durch einen vorliegenden Stauweiher verstärkt.
Bis 1906 existierte ein innenliegendes Mühlrad, danach wurde es durch eine Turbine ersetzt, die bis nach Beendigung des Krieges ihren Dienst tat.

Gerne würden wir dieses Mühlrad, wie es in seiner ursprünglichen Form existierte, wieder installieren.

Familie Maja und Horst Ermel, Anja Scharff

Mühle am Schlossberg bei  Kaiserslautern

Der Dreiseithof aus dem 12. Jhdt.

Mühle am Schlossberg bei Kaiserslautern

Der ehemalige Kuhstall

Mühle am Schlossberg bei Kaiserslautern

Mühle am Schlossberg bei KaiserslauternDer Mahlwerksraum